Interview mit unserem Hallensprecher aus dem Audi Dome – Thomas Killian

Er ist Sportjournalist, ein verdammt cooler Typ und vor allem Bayernfan. Thomas Killian vereint damit drei Dinge, die ihn prädestinieren zum Hallensprecher beim FC Bayern Basketball. Im exklusiven Interview für bayern-basketballer.de sprach er über die Stimmung in der Halle, die neue Einlaufshow und vor allem über den künftigen deutschen Meister.

Thomas Killian, wie geil ist es, Hallensprecher beim FC Bayern Basketball sein zu dürfen?

Killian: „Sehr, sehr geil. Ich glaube nicht, dass es etwas Vergleichbares gibt. Das ist Wahnsinn. Ich habe mir das so nicht vorgestellt und hätte nicht gedacht, dass es so viel Spaß macht.“

War das dein Traum?

Killian: „Ja, aber eigentlich ein bisschen anders. Ich träumte eher vom Fußball. Dass Basketball vom Job her noch viel geiler ist, hätte ich nicht gedacht. Ich denke, Fußball ist ein bisschen verbissener. Ich denke auch, dass ein Stephan Lehmann (Stadionsprecher FC Bayern Fußball, Anm. d. Red.) viel weniger machen darf. Wenn mich heute einer fragt: Fußball oder Basketball? Ich würde ehrlich sagen: Basketball.“

Wie bist du dazu gekommen? Hast du dich beworben oder hat man dich gefragt?

Killian: „Das ist total simple und einfach. Es gab ein Interview mit Dirk Bauermann einige Zeit vor seiner ersten Saison. Da war auch schon klar, dass Radio Gong der Radiopartner wird. Ich war dort der Sportchef und habe das Interview gemacht. Danach fragte mich der Thomas Oehler (Geschäftsführer FC Bayern Basketball, Anm. d. Red.), ob ich jemand kenne, der das machen könnte. Da sagte ich, dass ich schon jemanden kenne, aber die Bayern haben an jemand ganz anderes gedacht. Dann hat es gepasst und jetzt gehen wir in die dritte Saison.“

Was hat sich gegen der Saison ProA in der Eishalle geändert? Ist es stressiger in der größeren Halle?

Killian: „Es ist stressiger, weil man vielmehr zu tun hat. Das ist wahnsinnig kompliziert, auch wenn es von oben so leicht wirkt. Du musst dich um die Verlosungen kümmern. Dabei hat der Kunde Wünsche und die Bayern sagen, das muss so und so gemacht werden. Dann kommen noch 1000 weitere Sachen und manchmal sind die Regeln auch komplizierter. Es ist stressiger, aber die Halle ist geil. Das ist Wahnsinn. Die Eishalle war doch eher eine Notlösung. Da war es zwar auch gut, zumal wir uns hier am Anfang deutlich schwerer getan hätten. Es war optimal, genau so, wie es gelaufen ist. In der Eishalle kamen viele Leute und sie haben auch mir mal einen Fehler verziehen. Hier im Audi-Dome war die erste Saison gut und die zweite wird fantastisch. Mit den neuen Boxen und dem Einlauf wollen wir einiges besser machen als in der Saison davor.“
Aktuell bist du der Hallensprecher eines Playoff-Viertelfinalisten. Bist du auch der Hallensprecher des kommenden deutschen Meisters?

Killian: „Dass das irgendwann einmal kommt, da bin ich mir sicher. Ansonsten würden die Spieler, die Verantwortlichen und vor allem ich etwas falsch machen. Mein großes Ziel ist, dass in der Saison 2012/13 daheim nicht verloren wird. In den Playoffs kommen dann Auswärtsspiele dazu und der Klassiker der Sportsätze: Die Tagesform ist entscheidend. Ich nehme mir jetzt erst einmal vor, dass daheim nicht verloren wird und dass die Hütte immer brennt. Das müssten wir mit der Hilfe der Fans auch hinkriegen.“

Die Fans sind der Meinung, bisher ganz gut Party im Audi Dome gemacht zu haben. Du hast von deinem Sitzplatz ja einen ganz guten Blickwinkel. Was würdest du sagen, wie die Stimmung ist und wo die Fans noch ein paar Prozent drauf legen können?

Killian: „Die, die sowieso schon schreien, machen ihren Job perfekt. Es geht, vielmehr darum, dass wir in München sind und der Münchner ist halt anders als etwa die Leute aus dem Pott, wie man sie beim Fußball kennt. Die haben halt nichts anderes. Hier kriegst du 1000 andere Sachen geboten und dazu kamen letzte Saison 40 Prozent neue Leute pro Spiel. Dieser teil weiß noch nicht, wie es abläuft und die muss man dann ein bisschen einführen. In dem Jahr wird es einfacher, die Leute mitzunehmen. Das passiert durch die Unterstützung der Stammfans, durch mehr Trommeln und besseres Zusammenspiel. Dann gehen die Leute noch mehr mit, wenn es ihnen leicht gemacht wird. In der Allianz Arena beispielsweise kommen 69.000 Leute und 20.000 sind da, ohne in die Hände geklatscht zu haben. Hier kann ich etwas beeinflussen und versuche auch, Einfluss zu nehmen. Im Endeffekt hat aber jeder, der hierher kommt, schon alles richtig gemacht. Wenn dann alles stimmt, kriegen wir ihn zum Mitklatschen und vielleicht noch ein bisschen mehr.“

Kannst du uns als erfahrener Sportjournalist bestätigen, dass es beim Basketball deutlich heftiger abgeht als bei allen anderen Sportarten?

Killian: „Volleyball muss ich gestehen, war ich noch nicht. Beim Eishockey ist es kalt, da würde ich auch nicht so oft klatschen. Basketball ist einfach etwas anderes und hier kann man viele Kinder auch geil packen. Auch der Berni ist sehenswert. Hier stimmt das Gesamtpaket. Etwas Besseres kannst du nicht für deine Familie tun, als denen hier mal zu zeigen, was Sache ist. Letztes Jahr sind viele her gekommen und heim gegangen mit der Frage, wie es aussieht mit weiteren Tickets.“

Ein Kennzeichen des Basketballs ist auch, dass sich die Fans nicht die Köpfe einschlagen.

Killian: „Naja. Also da hatten wir letztes Jahr schon so ein paar Kandidaten. Die Bonner waren nicht ganz so nett. Ein bisschen Rivalität gehört dazu, aber eben ohne sich die Köpfe einzuschlagen. Wenn man danach ein Bierchen zusammen trinkt ist das ok.“

Ich finde die aufkommende Rivalität mit Bamberg ganz lustig. Du auch?

Killian: „Ich sollte sie nicht mehr ganz so ausleben, aber ich genieße sie auch.“

Du lebst am Mikro lieber den Jubel über die Meisterschaft aus?

Killian: „Wenn das passiert, dann sehr gerne.“

Hast du dir dafür auch schon Gedanken gemacht oder gibst du das Mikro einfach Steffen Hamann in die Hand?

Killian: „Dafür bin schon ich dann zuständig. Aber da muss man mal abwarten. Das kann ich dann sagen, wenn es zum entscheidenden dritten, vierten oder fünften Spiel kommt.“

Wir machen’s in drei…

Killian: „Ok, in drei ist noch besser. Davor Tabellenführung, dann sind wir sicher daheim. Dann können wir gerne noch einmal sprechen.“

Letzte Frage: Der legendäre Lotto King Karl sagte als Stadionsprecher des Hamburger SV mal: Ich mache es so lange, bis der HSV deutscher Meister ist. Also bis Mai nächsten Jahres. Machst du weiter, wenn wir es im mai geschafft haben?

Killian: „Wenn ich darf, ja. Ich wüsste nicht, dass dann meine Karriere beendet wäre. Es gibt dann doch noch viele weitere Ziele, etwa beste Mannschaft Europas.“

Der Mann denkt groß. Du passt zum FC Bayern. Vielen Dank für das Gespräch.

Der heutige Lösungsbuchstabe: E

1 Kommentar zu "Interview mit unserem Hallensprecher aus dem Audi Dome – Thomas Killian"

  1. [...] greifbar. Für den Fan gibt es neben Dir als Bernie auch mit Hallensprecher Thomas Killian (Interview mit Thomas) oder den Cheerleadern weitere Attraktionen, welche Stimmung verbreiten sollen. Werden einzelne [...]

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